Das vergessene Erbe – Rassismus in der Kolonialzeit

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Die deutschen Kolonialkriege in Asien und Afrika zu Beginn des 20. Jahrhundert sind kaum noch gesellschaftlich bekannt oder diskutiert, auch da sie häufig durch die zwei Weltkriege überschattet werden. Das Bild des Fremden, das bis heute die kulturelle Basis für den hiesigen gesellschaftlichen Umgang mit Minderheiten bildet, wurde unter anderem in der Zeit der Kolonialkriege durch die Berichterstattung aus den deutschen Kolonien geschaffen. Ein Millionenpublikum rezipierte in Deutschland das Kriegsgeschehen in den fernen und exotischen Ländern, gefiltert durch die Augen der Berichterstatter, dem Lektorat der Zeitungsredaktionen und nicht zuletzt die politischen Zensur. Im Ergebnis wurde die deutsche Gewaltpraxis in den Kolonien medial weder hinterfragt noch kritisiert, sondern im Gegensatz mit archetypischen und stereotypen Erzählungen legitimiert. Grundlegend für diese Narrative war das Verständnis, dass eine solch extreme Gewalt im außereuropäischen Raum alternativlos ist – ein grundlegend rassistischer Gedanke, dem die Journalisten, Verlage und letztendlich das Publikum in der Rationalisierung entgrenzter Kriegspraktiken folgten.

 

Wie genau diese Rationalisierung funktionierte, warum Journalisten diese verbreiteten und in welchem medialen und politischen Klima sie in Deutschland sowie an den Schauplätzen arbeiteten, untersuchte kürzlich Merle Zeigerer in der Publikation Kriegsberichterstatter in den deutschen Kolonialkriegen. Augenzeugen, Anstifter, Komplizen?  Mehr Informationen finden Sie hier.