Otto Friedrich von der Gröben und der koloniale Diskurs.
An der Küste des heutigen Ghana wurde 1683 im Auftrag des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen die Festung Groß-Friedrichsburg gebaut. Sie diente knapp 35 Jahre lang als Stützpunkt für den brandenburgisch-preußischen Versklavungshandel. Otto Friedrich von der Gröben, der diplomatische Leiter der brandenburgischen Expedition nach Afrika, verfasste mehrere Schriften über seine Reisen. Die Texte, die verschiedenen Genres zugeordnet sind, legten mit die Grundlagen für die Legitimation von Rassismus und Kolonialismus im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und werden hier erstmals literaturwissenschaftlich untersucht. Die Arbeit bindet die Biografieforschung zu von der Gröben mit der Frage, wie seine Texte im deutschen kolonialen Diskurs um 1700 verortet sind. Die interdisziplinäre Studie analysiert nicht nur die Schriften selbst, sondern vergleicht sie auch mit weiteren zeitgenössischen Quellen und Texten späterer Epochen. Auch textunabhängige Quellen wie Bilder, Skulpturen und Kleidungsstücke werden in die Betrachtung miteinbezogen. So entsteht eine Diskursanalyse, die neue Wege in der postkolonialen Forschung geht.
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1. Auflage, circa 650 Seiten, Hardcover, Fadenheftung. Format. 148 x 210 mm. Enthält Bilder, tlw. farbig.
Erscheinungsdatum: Spätherbst 2026
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