Gabriele Leschke

Otto Friedrich von der Gröben und der koloniale Diskurs.

Reihe: Kolonialismus und postkoloniale Perspektiven, Band IV

An der Küste des heutigen Ghana wurde 1683 im Auftrag des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen die Festung Groß-Friedrichsburg gebaut. Sie diente knapp 35 Jahre lang als Stützpunkt für den brandenburgisch-preußischen Versklavungshandel. Otto Friedrich von der Gröben, der diplomatische Leiter der brandenburgischen Expedition nach Afrika, verfasste mehrere Schriften über seine Reisen. Die Texte, die verschiedenen Genres zugeordnet sind, legten mit die Grundlagen für die Legitimation von Rassismus und Kolonialismus im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und werden hier erstmals literaturwissenschaftlich untersucht. Die Arbeit bindet die Biografieforschung zu von der Gröben mit der Frage, wie seine Texte im deutschen kolonialen Diskurs um 1700 verortet sind. Die interdisziplinäre Studie analysiert nicht nur die Schriften selbst, sondern vergleicht sie auch mit weiteren zeitgenössischen Quellen und Texten späterer Epochen. Auch textunabhängige Quellen wie Bilder, Skulpturen und Kleidungsstücke werden in die Betrachtung miteinbezogen. So entsteht eine Diskursanalyse, die neue Wege in der postkolonialen Forschung geht.

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1. Auflage, circa 650 Seiten, Hardcover, Fadenheftung. Format. 148 x 210 mm. Enthält Bilder, tlw. farbig.
Erscheinungsdatum: Spätherbst 2026

Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-947064-28-1
85,00 €

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Schlagworte

Von der Gröben, Kolonialismus, Postkolonialismus, Groß-Friedrichsburg, Expedition, Reisen, Diplomatie, Brandenburg, Afrika, Ghana, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Interdisziplinäre Forschung, Biografieforschung

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Gabriele Leschke forscht über die Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Geschichte. Nach einer Ausbildung zur Diplom-Bibliothekarin studierte sie Germanistik und Anglistik an der Freien Universität Berlin und der University of Essex und wurde mit der vorliegenden Arbeit an der Freien Universität Berlin promoviert. Als Vorsitzende der Johann-Gottfried-Schnabel-Gesellschaft widmet sie sich der Vermittlung von Literatur früherer Epochen an zeitgenössischer Lesende. Sie hat Aufsätze zum Berliner Verlagswesen, zur Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts und zu bibliotheksfachlichen Themen veröffentlicht.

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